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Historie

Geschicht von Münster-Sarmsheim

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Websurfer,



die Entwicklung der Gemeinde in der man wohnt und lebt, interessiert allgemein. Besonders Neubürger wollen wissen, wo sie sich niedergelassen haben, um auch mitreden zu können.

Die Broschüre Münster-Sarmsheim im Wandel der Zeit bietet eine hervorragende Möglichkeit, sich einen guten geschichtlichen Überblick zu verschaffen. Der Autor Karl Adam, der nicht nur Geschichten aus der Vergangenheit gesammelt hat, ist durch seine Tätigkeit als Lokaljournalist immer auf dem neuesten Stand.

Herr Adam wurde 1997 vom Ministerpräsidenten des Landes Rheinland Pfalz, Kurt Beck, unter anderem auch für diese Tätigkeit mit der Verdienstmedaille des Landes geehrt. Als Bürgermeister freue ich mich für dieses Engagement und bedanke mich dafür.

Ich freue mich natürlich auch darüber, dass Sie als Leser dieser kleinen Broschüre Ihr Interesse an unserer Ortsgeschichte zeigen.
Ich hoffe, Sie bekommen die gewünschten Informationen und wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

 

Jürgen Dietz

 

Vorwort

Liebe Münster-Sarmsheimer, liebe Websurfer,
liebe Neubürger!


Diese Broschüre soll keinesfalls eine umfassende Chronik unserer Gemeinde sein. Es soll vielmehr den jetzigen und zukünftigen Neubürgern eine Übersicht über den geschichtlichen Werdegang von Münster-Sarmsheim, von der Frühzeit bis zur Gegenwart, vermittelt werden. Lernen Sie also ihre Wohngemeinde auf diesem Wege kennen.



Münster-Sarmsheim, im Dezember 1996

 

Karl Adam

 

Frühgeschichte
(Erste Besiedlung)

Eigentlich beginnt die Geschichte von Münster-Sarmsheim bereits fünftausend Jahre v. Chr., denn ab diesem Zeitpunkt haben nachweisbar Menschen hier gesiedelt.

Mit Beginn der Jüngeren Steinzeit (5000 bis 2000 v. Chr.) gestaltete sich die Lebensweise der Menschen völlig neu. Die nomadisierenden Steinzeitbauern schlossen sich zu Familien zusammen, rodeten die Felder, legten Saatkörner in die Erde) züchteten Haustiere und bauten Hütten aus Holz. Es war ein süd-indogermanisches Völkergemisch, das teilweise aus Österreich, vor allem aber aus Böhmen und Mähren, an den Rhein kam. Viele große und starke Ansiedlungen wurden im Rheinland aufgedeckt. Diese Menschen brachten neben ihrer seßhaften Tätigkeit auch die lineare Bandkeramik mit.

Offenbar ist auch das untere Nahetal mit seinem sich weit öffnenden Flußbett stärker besiedelt worden. Als man 1914 für die neue Bahnstrecke bei Bingerbrück (Sarmsheim - Rüdesheim, Hindenburg - Strecke) bei einer Wegübeführung erste bandkeramische Scherben fand, begann man im Bereich der heutigen Trollmühle und oberhalb der Straßenstrecke in Richtung Bad Kreuznach mit Ausgrabungen die von 1915 bis 1917 durch das Provinzialmuseum unter der Leitung des Museumsassistenten Hagen vorgenommen wurden. Dabei wurde auf einem 1050 m² großen Terrain eine komplette Ansiedlung freigelegt, die zweifelsfrei der jüngeren Steinzeit zuzuordnen war. Sarmsheim war also die erste feste Etappe dieser Kultur im Nahetal.

Dabei wurden letztlich auch umfangreiche Kenntnisse über den Hausbau der jüngeren Steinzeit gewonnen.

Sehr interessant ist, daß der bandkeramischen Siedlung auf dem gleichen Gelände eine Siedlung der La Tène-Zeit (ab 500 v. Chr.) folgte. Es gab hierfür eine größere Anzahl von Funden. Zwischen diese beiden Perioden haben sich, zwar nur in geringerem Umfang, Funde aus der Jüngeren Hallstattzeit (1200-500 v. Chr.) als dritte Ansiedlungsperiode geschoben.

In der Hallstattzeit waren es Ligurier, eine ligurisch-keltische Bevölkerungsmischung, die aus der Schweiz und Oberitalien zunächst ins Rheintal und dann auch zur Nahe vordrangen. Der ligurische Einfluß hielt sich jedoch nicht sehr lange und begann schon ab dem siebten Jahrhundert v. Chr. dem keltisch - gallischen zu weichen. Zur La Tène-Zeit waren es germanische Stämme die bis zum linken Rheinufer vorrückten und auch an die Nahe kamen, dies beweisen Funde u. a. in Waldalgesheim (Fürstengrab).

Es gab zu dieser Zeit noch eine weitere Besiedlung und zwar befand sich auf dem Münster Berg (Hasenkopf) eine gallische Siedlung, die man wegen ihrer Ausdehnung von etwa 300 bis 450 Morgen schon als Stadt bezeichnen konnte. Die Siedlung war von einem Ringwall umgeben von acht Metern Breite und vier Metern Höhe. Sie wurde etwa um 400 v. Chr. gegründet. Sie war ständig nur von wenigen Familien bewohnt, diente aber Siedlern aus der Nachbarschaft als Fliehburg in Gefahrenzeiten. Trevererfürst Tutor zog die Befestigung sogar in das Kriegsgeschehen beim Bataveraufstand mit ein. (Davon später.)

Die Römerzeit

Die KeIten (Süd-Indogermanen) -von den Römern Gallier genannt- waren das erste geschichtlich nachweisbare Volk im Rheinland, das auch das Gebiet der Nahe besiedelte. Sie wichen später den von Norden eindringenden Germanenstämmen.

Etwa 100 v. Chr. war das gesamte Rhein- und Nahetal im Besitz germanischer Stämme und es entstand eine keltisch - germanische Mischbevölkerung. An Mittelrhein und Nahe lebten die Vangionen, deren Gebiet an das der Treverer angrenzte.

Als Cäsar 58 v. Chr. die Alpen überschritt und weiter nach Norden vorrückte, erkannte er bald die Bedeutung des Rheintales. Die hier lebenden Stämme wurden dem Zepter Roms unterworfen, das ganze linke Rheinufer mit angrenzenden Gebieten romanisiert. Die Bewohner büßten dabei ihre völkischen Eigenarten bald ein.

Im benachbarten Bingen (römisch: Bingium ) waren in der ersten Hälfte des 1 . Jahrhunderts sogenannte Auxiliar - Truppen zum Schutz der Brücke über die Nahe und der römischen Heerstraße stationiert. Schon damals hatte Münster wegen dieser Heerstraßen eine nicht unwichtige Stellung. Führte doch eine dieser Straßen direkt durch Münster in Richtung Bad Kreuznach, während eine zweite von Ockenheim kommend über Büdesheim, durch eine Nahefurt bei Münster weiter durch das Krebsbachtal zur großen Heerstraße über den Hunsrück nach Trier ging. Noch heute sind im Krebsbachtal die riesigen Steinblöcke, die der Seitenbefestigung der Straßen dienten, zu sehen.

Im Jahre 70 n. Chr. erschütterte Kriegslärm das untere Nahetal. Unter ihrem Führer Tutor erhoben sich die Stämme der Vangionen, Treverer und Tribocer gegen die Römerherrschaft. Tutor ließ die Brücke über die Nahe abreißen und zog sich auf die Höhen bei Weiler zurück, um dort die unter Sextilius Felix herbeieilenden Römer zu erwarten. Diese zogen jedoch naheaufwärts wo ihnen Einheimische (es müssen also damals Leute in Münster gewohnt haben) eine Furt durch die Nahe zeigten. Die Römer zogen durch das Trollbach- und Krebsbachtal, griffen Tutor von hinten an und vernichteten seine Truppen. Dreihundert Jahre später besingt der römische Dichter Ausonius, als er in das Nahetal kam, die Tutorschlacht.

Münster war über viele Jahre römisch besiedelt, das belegen nicht nur zahlreiche Funde, sondern es sind bis heute noch Namen römischen Ursprungs hier zu finden wie Tullius, Rixius, Marfilius. 1895 wurde ein Mosaikfußboden in der Römerstraße (heutiger Name) ausgegraben, der einer römischen Villa Rustica entstammte und mit dem ein großer Apsidensaal von etwa 19 mal 14 Metern ausgelegt war. Er stammt etwa aus der Mitte des 3. Jahrhunderts. In seiner Mitte ist in einem Viereck von 2,80 m Seitenlänge der Sonnengott SOL auf einem mit vier Pferden bespannten Wagen zu sehen, umgeben von Tierkreiszeichen, die allerdings in ihrer Anordnung von der bekannten Reihenfolge des Zodiak abweichen. Der Künstler verwandte schwarzen und weißen Marmor, im Mittelstück auch farbigen, dabei auch den weltberühmten Carrara-Marmor.

Das Mosaik ist in seiner Art in Deutschland einmalig. Es liegt heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn. Dieser Fund ist zweifellos ein Beweis für den Reichtum des römischen Münster.
Mitte des zweiten Jahrhunderts entstanden im Rheinland überall neue Religionsgemeinschaften, die besonders dem persischen Gott Mithras ergeben waren.
Mithras Einzug ins Binger Land war abhängig von der Besatzung Bingens zur - Zeit der Flavier (69 bis 135 n. Chr.). Wo heute die Pfarrkirche St. Peter und Paul steht, soll sich damals eine riesige Tempelanlage befunden haben. Die Bevölkerung des römischen Umlandes kam regelmäßig zu dem römischen “Monasterium“, von dem auch der Name Münster abgeleitet sein soll. Weitere Funde von Badeanlagen und altrömischen Wasserleitungen - letztere wurden auch in Sarmsheim gefunden - zeugen von einer römischen Besiedlung.

Während Bingen römisches Kastell bleibt, entwickelt sich in Münster ein reges Wirtschaftsleben, besonders die Landwirtschaft scheint sich rentabel gestaltet zu haben. Auch Wein wurde angebaut. Da immer mehr Arbeitskräfte benötigt wurden, siedelte Konstantin der Große (306 bis 337 n. Chr.) Völker von der Weichselmündung, Sarmaten, im Gebiet des heutigen Sarmsheim an. So entstand das römische Sauromatium, heute Sarmsheim.

Die Römerzeit ging indes im 5. Jahrhundert n. Chr. zu Ende - nach über 150 Jahren Frieden, Ordnung und Sicherheit in der Region. Vandalen, Sueben und Alanen überfluteten auch das Mittelrheingebiet.

Um 464 vertrieben dann die Franken die Reste der römischen Truppen aus dem Rheinland. Es sind aus dieser Zeit leider kaum brauchbare Aufzeichnungen oder Denkmäler zu finden, da man in diesen unruhigen Zeiten wohl kaum daran dachte, der Nachwelt historische Hinterlassenschaften zu liefern.

Herrschaft der Franken

Nach einem kurzen Gastspiel der Burgunder an der unteren Nahe, - sie zogen weiter in den Wormser Raum - wurden die FRANKEN die neuen Herren. Die Zeit der Frankenkönige währte etwa von 450 bis 900 n. Chr.

Der Name Franken ist der Sammelname einer Anzahl westgermanischer Völkerstämme und erscheint erstmal 234 n. Chr. Als Hauptträger nennt Bischof Gregor von Tours die Chamaven, Chattuarier, Brukterer und Chatten.

Die CHATTEN waren es, die zur unteren Nahe zogen, wo ihnen die Reste der keltisch - germanischen Bevölkerung die Kunst des Weinbaues beibrachten. Die Chatten sahen, daß die einheimische Bevölkerung ihnen in allen Gebieten überlegen waren, und so sorgten sie für deren Erhaltung, wenn auch nur zu Frondiensten. Münster und Sarmsheim gehörte fortan zum fränkischen Nahegau.

Die römischen Gutshöfe worden von den neuen Herren übernommen. Während das Kastell Bingium nach der Römerzeit vornehmlich von Handwerkern und Kaufleuten bewohnt war, siedelten die fränkischen Feudalherren weiter naheaufwärts in Dietersheim und Münster! Die hl. Hildegard von Bingen erwähnt in ihren Schriften, daß die Stadt Bingen nicht unmittelbar an der Mündung der Nahe in den Rhein gelegen war, “sondern einige hundert Meter naheaufwärts“! Münster war zu dieser Zeit so bedeutend und auch wohlhabend, daß die Stadt Bingen in seinen Schatten stand.

Karl der Große richtete 794 die ersten Kirchenprovinzen ein. Das Bistum Mainz griff an der unteren Nahe bis weit in den Hunsrück hinein.

In dieser Zeit müssen sich im Raume Münster Mönche niedergelassen haben, denn in der ersten feststellbaren urkundlichen Erwähnung ist von einer Einsiedelei -einem Monosterium- die Rede.

Auch die erste urkundliche Erwähnung von Sarmsheim datiert in diese Zeit. Lehnsherr war das Kloster St. Alban zu Mainz. Um 900 wurden dem Kloster St. Alban in Mainz “gewisse Nutzungen“ aus dem Hof zu Sarmundesheim zugewiesen. Mit der Vogtei Sarmundesheim waren die Wild- und Rheingrafen, später Kurmainz, belehnt. Münster war kurpfälzisch.

Im 9. Jahrhundert begann dann die Zeit der NORMANNENSTÜRME, die auf ihrem Weg so ziemlich alles zerstörten. 893 kamen sie in den Raum Bingen. Die Bewohner der umliegenden Höfe flüchteten in das durch eine Mauer geschützte Bingen. Die Gutshöfe wurden von den Normannen eingeäschert.

Der Normanneneinfall hatte auf Münster wie auch auf Sarmsheim nachhaltigen Eindruck, denn sehr viele Bewohner kehrten nicht mehr ins freie Land zurück, sondern blieben in den schützenden Mauern von Bingen.

Das Mittelalter

Leider klafft nach dem Ende der Frankenherrschaft eine Lücke von mehr als zwei Jahrhunderten in der weder das kurpfälzische Münster noch das kurmainzerische Sarmsheim erwähnt werden.
Trotz allem muß es eine Besiedelung gegeben haben, denn die Pfarrkirche St. Peter und Paul zeigte in ihrer alten Turmbekrönung eingeritzt die Jahreszahl 1066, die für die Erbauung des “Münsters“ Gültigkeit haben dürfte.

1122 wird ein Rittergeschlecht erwähnt - Ritter Dietwin von Sarmsheim.

1158 wird Münster urkundlich erwähnt bei einer Güterverleihung an Kloster Rupertsberg. Dieses erwarb vom Mainzer Ministerialen Engelschalk einen „Weingarten in Munstre.
Als herzoglich - rheinfränkisches Lehen kam der Ort 1158 an den Pfalzgrafen Conrad von Stahleck, einem Halbbruder von Kaiser Barbarossa.

1184 wird die Kapelle in Sarmsheim erwähnt, als Papst Lucius III. dem Kloster St. Alban diese nebst Hofbestätigte.

1189 wird die Kirche in Münster erstmals erwähnt, indem der Mainzer Erzbischof Konrad 1. von Wittelsbach diese dem Stift St. Stephan in Mainz gibt, indem er sie gegen die in Alzey tauscht Rheingraf Wolfram I. führt in seinem Lehensverzeichnis die “Vogtei Sarmsheim“ als Lehen auf.
1215 gibt Kurfürst Ludwig V. das Dorf an den Rheingrafen Johann VI zu lehen.

1234 beurkundet Rheingraf Embricho vom Stein die Schenkung von Grundstücken des Ritters Heinrich von Sarmsheim und dessen Frau Luccardis an das Stift St. Martin Bingen.

1266 wird Sie Kirche von Sarmsheim von Erzbischof Werner von Mainz dem St. Stephans-Stift in Mainz zur Betreuung übergeben.

1309 zählt Pfalzgraf Rudolf I. das Dorf “Monster by Bingen“ zum Besitz des Wildgrafen Friedrich (Wittum für Friedrichs Gemahlin Agnes von Schönecken).

1347 verkauft Raugraf: Georg für ein Darlehen von 160 Pfund dem Wildgrafen Friedrich von Kyrburg das Dorf Münster.

1409 geht das Lehen nach dem Tode des letzten Wildgrafen Otto von Kyrburg durch König Ruprecht I. zur Hälfte an den Rheingrafen Johann II. über.

1445 wird die katholische Kirche St. Alban in gotischen Stil neu erbaut.

1490 bis 1493 Marktstreit mit Bingen.

1193 Erbauung des Stumpfen Turmes “Trutz Bingen“

1493 verkauft Rheingraf zum Stein , Wildgraf von Dhaun und Kyrburg, Johann V. seine Hälfte von Münster für 4000 Gulden dem Kurfürsten und Pfalzgrafen Philipp dem Aufrichtigen von der Pfalz (1476 bis 1508) .

1504 werden das Dorf Münster und die Kirche St. Peter und Paul im bayrisch-pfälzischen Erbfolgekrieg durch Landgraf Wilhelm von Hessen zerstört.

1520 wird das Rathaus in Münster erbaut.

Die Neuzeit

Nachdem Münster 1624 (Dreißigjähriger Krieg) schwer zerstört worden war, wurde der Ort 1630 durch den Habsburger Kaiser Ferdinand II. (1619 bis 1637) an Heinrich Brömser von Rüdesheim zum Pfandlehen gegeben.

1636 wurde das Pfandlehen nochmals bestätigt.

1668 hat die Pfalz das Lehen den Brömser-Erben für 12.000 Reichstaler abgekauft. Münster hatte damals 190 Einwohner.

1688/89 nach dem Vernichtungsfeldzug von Ludwig XIV. von Frankreich waren es sogar nur noch 127.

1787 zeichnet Johann Goswin Widder in seiner “Beschreibung der kurfürstlichen Pfalz am Rhein“ ein Bild von der Situation von Münster zur damaligen Zeit auf.

1792 besetzen die französischen Revolutionsheere das linke Rheinufer und Münster wird zu Frankreich geschlagen.

1801 bis zum Ende der Franzosenzeit 1813 / 14 gehörte Münster zum “Department du Ruin et Moselle“.

1815 teilte der Wiener Kongreß Münster dem Königreich Preußen zu.

1822 gehört Münster zur Rheinprovinz.

1858 wurde die eingleisige Bahnstrecke Bingerbrück - Bad Keuznach verlegt, die im Jahre 1869 zweigleisig wurde.

1902 wurden Münster und Sarmsheim zu einer Eisenbahnstelle der Strecke Bingerbrück - Bad Kreuznach erhoben.

1914 wurde für die strategische Hindeburgstrecke eine Brücke über die Nahe zwischen Sarmsheim und Dietersheim erbaut.

1924 wurde durch die Brüder Biasizzo eine erste steinerne Brücke über die Nahe als Verbindung nach Büdesheim gebaut.

1928, am 1. Oktober wurden die beiden selbständigen Gemeinden Münster (Bürgermeister Jakob Klingler) und Sarmsheim (Bürgermeister Jakob Appel) aufgrund eines preußischen Ministerialbeschlußes zur heutigen Doppelgemeinde Münster-Sarmsheim zusammengeschlossen.

1944, am 19. Oktober wird der Ortsteil Münster durch Spreng- und Brandbomben schwer getroffen. Die Kirche St. Peter und Paul brennt vollkommen aus.1945 am 5. März treffen Sprengbomben den Ortsteil Sarmsheim. Bei beiden Angriffen wurden 81 Gebäude zerstört bzw. schwer beschädigt, sieben Einwohner starben.

1945 am 18. März, einem Sonntag, rückten um 13.00 Uhr die amerikanischen Truppen ein.

1969/70 wird das bisher dem Kreis Bad Kreuznach zugehörige Münster-Sarmsheim dem Landkreis Mainz-Bingen, Verbandgemeinde Rhein-Nahe, zugeteilt.

1978 erhält die Gemeinde Münster-Sarmsheim erstmals ein neues, eigenes Wappen.

1993 feiert die ganze Gemeinde in einem mittelalterlichen Rahmen, das Fest “500 Jahre Stumpfer Turm“.

1995 erstmalige Ausrichtung der Kerb durch den Kerbeclub (Jahrgang 1965, seit 2006 Kerbeverein)

1996 Ortsgemeinde pflegt Partnerschaft mit Vlodrop/Roerdalen (Holland).

1998 Münster-Sarmsheim betritt die Bühne des WWW, zu finden unter Muenster-Sarmsheim.de, Nahetor.com, Nahetor.de und Muesa.de

2000 Heimatfreunde leisten ab sofort ehrenamtliche Arbeit für die Gemeinde

2002 Neue Grillhütte, Bergkreuz auf dem Alzkopf

2003 75 Jahre 1928-2003 Zusammenlegung der Gemeinden Sarmsheim und Münster zur Doppelgemeinde Münster-Sarmsheim.

2006 Ehrenbürger Prof. Fischer wird 80 Jahre, Dr. Friedrich Werner erhällt die Ehrenbürgerwürde.

Sehenswürdigkeiten

Kirche St. Peter und Paul von 1189. darinnen Fenster mit den Schutzpatronen um 1500

Figur der hl. Katharina von 1520

Katholische Kirche St. Alban von 1445

Burgruine Stumpfer Turm “Trutz Bingen“ von 1493

Altes Rathaus von 1520

Fachwerkhaus in der Saarstraße, von 1517

Altes Zollhaus Weingut Graffe von 1704

Weingut Kruger-Rumpf (Gründung des Weinguts 1708)

Evangelische Kirche von 1810

Friedhofsportal Schinkelsche Schule 1823/24

Naturschutzgebiet Trollbachtal mit Felsformationen aus dem Erdaltertum vor 285 Mill. Jahren .


Das Wappen geht auf die Siegel der beiden Ortsteile Münster und Sarmsheim zurück. Das Siegel von Münster (der Name stammt von Monastrium = Kloster) zeigte eine Klosteranlage aus der ein Krummstab hervorwächst. Dieses alte Siegelbild wurde unter heraldischen Gesichtspunkten stilisiert. Das alte Gerichtsiegel von Sarmsheim zeigte zwei gekreuzte Pfeile, die von einer Rose begleitet waren. Die beiden Pfeile hat man ebenfalls in das Wappen übernommen, jetzt aber belegt mit ein Weintraube als Hinweis darauf, daß Münster-Sarmsheim einer der größten und bedeutendsten Weinbauorte im Nahetal ist. Von besonderer Bedeutung ist auch die farbliche Zusammensetzung des neuen Wappens, geben sie doch die jeweilige territoriale Zugehörigkeit der beiden früheren Gemeinden wieder. Der obere Teil in Gold und Schwarz erinnert an die Zugehörigkeit Münsters zur Kurpfalz, während Silber und Rot in der unteren Hälfte die Zugehörigkeit von Sarmsheim zur Kurmainz symbolisieren.

Quellenverzeichnis Lindner/Bernard    “Rheinische Heimatgeschichte“, Verlag Diesterweg, Frankfurt, 1928
Hans Lehner    “Vorgeschichtliche Ansiedlung bei Sarmsheim an der Nahe“,
Prov. Museum, Bonn 1917
Karl Geib    Beitrag zur Kenntnis des Hausbauens in der jüngeren Steinzeit, 1914
Museum Stuttgart    Steinzeitlicher Wohnhausbau, 1912
Kilian-Stromberg    “Rheinische Heimat“, 1929
Engelhard    “Binger Annalen“, 1977
Dr. Nahm, Bingen    “Aus Münster-Sarmsheims ältester Geschichte“
Zimmermann    “Kunstdenkmäler der Rheinprovinz“
Jüliger    Kath. Kirchenkalender der Pfarrei Bingen 1912 und 1914
Klaus Parlasca    “Die römischen Mosaiken in Deutschland“, 1959
Rheinisches
Landesmuseum
Bonn    “Der Mosaikfußboden von Münster-Sarmsheim“
Ingeborg Krüger    “Zum Tierkreiszeichen im Sonnengott-
Mosaik von Münster-Sarmsheim“
Germanisches
Zentralmuseum
Mainz    “Führer zu Früh- Und Vorgeschichtlichen Denkmälern“
Willy Mathern    “Du unser Naheland, Bilder einer Landschaft“,
Harrach - Verlag, Bad Kreuznach
Römisch-German.
Zentralmuseum
Mainz    “Römische Heerstraßen“
Eisenhuth    Chronik von Münster-Sarmsheim
sonstige Quellen    Heimatjahrbuch des Landkreis Mainz-Bingen, 1993 Chronik der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe

 
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